Ökostrom Vergleich

An dieser Stelle werden die wichtigsten Organisationen vorgestellt, die Ökostromanbieter und Ökostrom-Tarife testen und zertifizieren. 

Wer testet und bewertet Ökostromanbieter?

Ein Vergleich beim Ökostrom ist auf den ersten Blick aufgrund der Anzahl der Ökostromanbieter und Ökostrom-Tarife nicht einfach (siehe Ökostrom Preisvergleich). Zudem ist Ökostromanbieter nicht gleich Ökostromanbieter, da es erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern gibt. Das haben auch schon verschiedene Organisationen bemerkt. Es gibt drei große Organisationen, die Ökostromanbieter und Ökostrom-Tarife nach bestimmten Kriterien testen und bewerten. Einen Ökostrom Test führen der TÜV, der Energie Vision e.V. ("OK-Power Label") und der "Grüner Strom Label" e.V durch. Kennt man die Kriterien und Zielsetzungen dieser drei Organisationen, fällt eine Bewertung der Ökostrom-Tarife leichter.

Durch die Zertifizierungen des TÜV bekennen sich die Ökostromanbieter mit ihren Tarifen zum Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien. Leider ist in den meisten TÜV-Kriterienkatalogen keine konkrete Vorgabe zum Ausbau der Anlagenkapazitäten angegeben. Deshalb sollte man diese Ökostromanbieter zusätzlich auf konkrete Investitionen in neue Erzeugungsanlagen prüfen. Nur dadurch kann der Ökostrom-Anteil im Strommix wirklich steigen. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie unter der Ökostromanbieter Übersicht.

Beim OK-Power Label gibt es das "Händlermodell" und das "Fondsmodell". Beim Händlermodell werden den Ökostromanbietern klare Altersangaben für ihre Kraftwerke vorgegeben. Auf diese Weise müssen die Ökostromanbieter beständig Strom aus neuen Erzeugungskapazitäten kaufen, da die bestehenden Kraftwerke "automatisch altern" und so nicht mehr in das erste bzw. zweite Drittel mit den dementsprechenden Altersgrenzen (sechs und zwölf Jahre) fallen. Durch das Händlermodell des OK-Power Label wird also ein indirekter Anreiz für die Investition in neue Kraftwerkskapazitäten geschaffen. Es kommt also zwingend nur zu Neuinvestitionen, wenn kein Ökostrom  aus Kraftwerken mit dem jeweiligen Höchstalter mehr verfügbar ist. Beim Fondsmodell kommt es hingegen zu einer direkten Förderung, da der durch den Kunden gezahlte Aufpreis in  Kraftwerkskapazitäten auf Basis erneuerbarer Energien investiert wird.

Auch beim Grüner Strom Label kommt es zu nennenswerten Investitionen in neue Erzeugungskapazitäten. Beim Gründer Strom Label wird in der Regel 1 Cent je verkaufter KWh zertifizierten Ökostroms in neue Anlagen investiert (Fondsmodell).

Bei der Auswahl eines Ökostromanbieters sollten Sie auf die Zertifizierung einer der genannten Organisationen achten. Um den Ausbau der Nutzung der erneuerbaren Energien zu forcieren, sind Neuinvestitionen in entsprechende Anlagen wichtig. Der Ökostromanbieter sollte deshalb selbst in neue Kraftwerkskapazitäten investieren oder einen gewissen Teil seines Stroms aus neuen Anlagen beziehen, die ein bestimmtes Alter nicht überschreiten.

Der Bezug von Ökostrom aus Anlagen, die 40 Jahre und älter sind, ist  deshalb nicht zielführend. Hier kommt es nur zu einer Umverteilung des Ökostroms und es entstehen keine zusätzlichen Anreize für den Ausbau der Kraftwerkskapazitäten auf Basis erneuerbarer Energien. Dabei ist es irrelevant ob der Ökostrom direkt über Lieferverträge oder indirekt über Zertifikate als Herkunftsnachweis bezogen wird.

Ökostromanbieter, die durch das OK-Power Label, das Grüner Strom Label oder den TÜV zertifiziert wurden und ihren Strom aus Neuanlagen beziehen bzw. in neue Kraftwerkskapazitäten investieren, sind also empfehlenswert für Stromkunden, die an einem wirklichen Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien interessiert sind.

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