Nachtspeicherheizung & Ökostrom

 

Momentan werden von vielen Ökostromanbietern Speichermöglichkeiten für Ökostrom gesucht. Eine Möglichkeit zur Speicherung sind Wärmespeicher. Der bekannteste Wärmespeicher in Haushalten ist sicherlich die Nachtspeicherheizung.

Nachtspeicherheizungen gelten momentan als sehr kostenintensiv. Selbst mit einem speziellen Stromtarif für Nachtspeicherheizungen kostet die Kilowattstunden momentan um die 20 Cent. Im Vergleich dazu kostet die Kilowattstunde, die mittels einer Gasheizung gewonnen wird etwa 4 - 7 Cent und ist damit deutlich günstiger.

Nachtspeicherheizungen sollten ursprünglich ab dem Jahr 2020 komplett ausgedient haben. Dieses Verbot von Nachtspeicherheizungen ab dem Jahr 2020 wurde jetzt wieder aufgehoben. Nachtspeicheröfen könnten durchaus eine Rolle beim Speichern des Ökostroms spielen.

Die Meinungen zu Nachtspeichern sind aber sehr geteilt. Das betrifft schon die Grundsatzfrage: Soll man mit Strom wirklich heizen? Selbst wenn man diese Grundsatzfrage mit "Ja" beantwortet, wird es mit der momentanen Regelung für Nachtspeicher kaum neue Installationen dieser Heizungen geben.

Flexibilität notwendig

Auf der einen Seite ist das Heizen im Vergleich zu anderen Möglichkeiten einfach sehr teuer. Auf der anderen Seite sind Nachtspeicheröfen momentan auch nicht flexibel genug. Momentan können diese Heizungen noch nicht auf die schwankende Einspeisung von Ökostrom reagieren. Allerdings werden hierzu von ersten Stromanbietern Modellversuche unternommen. Wenn es dann aufgrund von hoher Sonneneinstrahlung und viel Wind mehr Ökostrom im Netz gibt, könnten die Nachtspeicherheizungen Energie speichern. Dies setzt natürlich flexible Steuereinrichtungen voraus. Stromüberschüsse könnten auf diese Weise in Form von Wärme gespeichert werden. Gerade in der Heizperiode von Herbst bis Frühjahr könnte auf diese Weise Strom gespeichert werden. So könnte auch das Stromnetz stabilisiert werden.

Wenn dieses Modell sich durchsetzen würde, bräuchten z.B. auch nicht mehr so viele Windkraftanlagen abgeschaltet werden. Dies ist teilweise, z.B. bei viel Wind, der Fall. Diese Abschaltungen werden zur Stabilisierung des Stromnetzes durchgeführt. Die Anlagenbetreiber erhalten für diese Abschaltung Entschädigungen. Statt Anlagen bei viel Ökostrom im Netz abzuschalten, könnte der überschüssige Strom zukünftig mittels Nachtspeicheröfen gespeichert werden. Wobei die Bezeichnung "Nachtspeicherofen" dann nicht mehr treffend wäre. Vielleicht wäre eine neue Bezeichnung, z.B. "Ökospeicherofen", sinnvoll. Ökospeicheröfen würden immer dann Energie speichern, wenn viel Strom im Netz wär. Dies muss nicht mehr zwingend in der Nacht sein.

Würde dieses Modell sich bundesweit durchsetzen, könnte ein gigantischer Ökostrom-Speicher entstehen. Hierfür müssen aber noch technische und kaufmännische Voraussetzungen geschaffen werden. Technisch müssen die Nachtspeicheröfen mit einer flexiblen Steuerung versehen werden. Damit dieses Modell ein breiter Erfolg wird, müssen aber auch kaufmännische Voraussetzungen geschaffen werden. Ein neuer Stromtarif, der günstiger als der bisherige Nachtstromtarif ist, wäre hier eine gute Möglichkeit.