Französische Energiewende

 

Sind die Deutschen verrückt geworden? Analog der Frage in der Imagekampagne eines großen deutschen Energiekonzerns, den viele Stromkunden eher mit Kohlekraftwerken verbinden, kann man sich eine weitere Frage stellen. Sind die Franzosen auch verrückt geworden?

Auch Frankreich will mit umfangreichen Mitteln die Energiewende vorantreiben. Momentan sind 10 Milliarden Euro in der Planung. Mit diesem Geld sollen ambitionierte Ziele erreicht werden. Hier einige Eckpunkte:


- bis 2030 40 Prozent weniger CO2 Ausstoß (Vergleichsjahr ist 1990)

- erneuerbare Energien sollen in Frankreich bis 2020 23 Prozent des Gesamtenergiebedarfs decken

- 2030 soll der EE-Anteil dann bei 32 Prozent des Gesamtenergiebedarfs liegen


Das sind ambitionierte Zahlen für ein Land, das bisher großteils auf Atomkraft gesetzt hat. Aktuell liegt der Anteil der Atomkraft bei etwa 75 Prozent der Stromproduktion. Wenn der Anteil der erneuerbaren Energien stark zunimmt, wird der Atomkraft-Anteil am Strommix deutlich zurückgehen. In den nächsten Jahren wird EdF (Electricite de France) also einige alte Atomkraftwerke stilllegen.

Wirkung auf die Wirtschaft

Die französische Regierung erhofft sich mit dem Energiewende-Gesetz eine starke Belebung der Wirtschaft. Das Energiewende-Gesetz soll sogar das entscheidende Gesetz sein, das Frankreich aus der momentan schwierigen wirtschaftlichen Situation hilft. Auch in Deutschland hat das entsprechende Gesetz (EEG) eine starke Wirkung auf dem Arbeitsmarkt. So konnten beispielsweise auch viele Handwerksfirmen vom deutschen EEG profitieren. Diese kleinen Handwerksfirmen bekamen z.B. viele Aufträge zur Installation neuer Solaranlagen.

Eine ähnliche Wirkung auf den Arbeitsmarkt erhofft sich nun auch die französische Regierung. Frankreich konzentriert sich aber in großen Teilen auf die energetische Sanierung von Gebäuden. Hier sind Steuernachlässen von 30 Prozent auf energetische Maßnahmen geplant. Daneben soll ein Fonds aufgelegt werden, der zinsgünstiges Geld für energetische Renovierungen vergibt.

Auch die Anschaffung von Elektroautos soll gefördert werden. Dies trifft auch für die Installation neuer Ladestationen für Elektromobile zu.

Das französische Energiewende-Gesetz kommt leicht zeitversetzt nach dem deutschen EEG zum Tragen. Dafür ist es sehr umfangreich und setzt auch andere Schwerpunkte. Frankreich kann durch das "spätere" Energiewendegesetz aber auch von erprobter Technik und niedrigeren Kosten profitieren.