Energiewende & Agrarwende

 

Die Energiewende ist in aller Munde und ihre Auswirkungen werden teilweise heftig diskutiert. Das Thema Energie beschäftigt breite Bevölkerungsschichten seit vielen Jahren.

agrarwendeDas Thema "Wasser" ist dagegen kaum in der Presse. Dabei ist auch der Schutz des Trinkwassers außerordentlich wichtig. Verschmutztes und belastetes Trinkwasser kann zu verschiedenen Beschwerden und Krankheiten führen. Teilweise sind die Ursachen dieser Beschwerden dann nicht klar.

Gerade durch die Landwirtschaft kommt es in einigen Regionen zu einer immer größeren Nitratbelastung des Trinkwassers. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fordert deshalb parallel zur Energiewende auch eine Agrarwende. Für Stadtwerke und Zweckverbände, die Wasser an die Kunden liefern, gehört die zunehmend höhere Nitratbelatung zu den großen Problemen.

Grenzwert für die Nitratbelastung

Der aktuelle Grenzwert für die Nitratbelastung liegt bei 50 Milligramm je Liter. In der Trinkwasserverordnung sind viele weitere Grenzwerte benannt. Der Nitratgrenzwert bereitet aber vielen Wasserwerken besondere Kopfzerbrechen. Gerade durch die industrielle Tierhaltung wird immer mehr Gülle produziert. Diese Gülle wird dann meist auf die umliegenden Felder gebracht. Durch die viele Gülle kommt es dann hier zu der starken Nitratbelastung des Grundwassers. Wird das Trinkwasser dann in diesen Regionen aus dem Grundwasser gewonnen, kommt es zu den Problemen.

Aktuell ist die Nitratbelastung laut dem Bundesverband bei etwa der Hälfte des Trinkwassers zwischen 25 und 50 Milligramm je Liter (Grenzwert). Wasserwerke müssen dann in die Aufbereitung oder gar in neue Trinkwasserbrunnen an anderen Orten investieren. Dadurch entstehen natürlich Kosten. Die Verursacher dieser Kosten werden aber nicht herangezogen.

Agrarwende notwendig

Die Landwirte sollten hier mehr reguliert werden. Deshalb spricht der zuständige Verband auch von einer Agrarwende. Selbst wenn der Begriff Agrarwende noch nicht in aller Munde ist, ist das Thema dahinter interessant. Es ist belegt, dass die Gülle der Viehwirtschaft zu einer verstärkten Nitratbelastung führt.

Der BDEW fordert deshalb Bußgelder bei übermäßiger Düngung. Der ökologische Landbau sollte gefördert und Massentierhaltung reglementiert werden. Bis es hierfür politische Vorgaben gibt, kann es anscheinend noch Jahre dauern. Es gibt momentan schon Voragben der EU. Diese werden in Deutschland aber noch nicht umgesetzt.

Persönliches Kaufverhalten ändern

Man kann aber direkt durch sein persönliches Kaufverhalten die Situation beeinflussen. Wenn man z.B. beim kleinen Bauernhof, der einen kleinen Hofladen hat, einkauft, geht das Geld nicht in Richtung der industriellen (zentralen) Nahrungsmittel- und Gülleproduktion. Ähnlich wie beim Thema Ökostrom kann man hier durch das eigene Kaufverhalten Änderungen herbeiführen.

Wer sich über die Qualität des eigenen Trinkwassers ein erstes Bild machen will, der kann einen Wassertest im Internet erwerben. Für ca. 30 Euro gibt es hier schon erste Tests, die dann das Wasser auch noch z.B. auf Blei und Eisen testen. Der Nitrattest könnte z.B. einige Zeit nach dem Düngen der Felder in der Region erfolgen. Wenn bei diesem Wassertest Auffälligkeiten hervortreten sollten, könnte man ein Wasserlabor beauftragen.