2050 einhundert Prozent Ökostrom


Das Umweltbundesamt (UBA) hat Studie veröffentlicht, die besagt, dass bereits 2050 eine Vollversorgung mit Ökostrom in Deutschland möglich sein soll. Dies soll bereits auf Grundlage der heute verfügbaren Technologie möglich sein. Die Studie besagt, dass dies auch ohne die europäischen Nachbarn und auch ohne große Solarthermie-Projekte in der Wüste möglich ist.

Damit der vollständige Umstieg auf Ökostrom bis 2050 gelingt, fordert das UBA frühzeitige politische Weichenstellungen. Dadurch könne die deutsche Importabhängigkeit in der Energieversorgung entscheidend gesenkt werden. Die Primärenergieversorgung Deutschlands beruht derzeit

noch zum größten Teil auf Importen von Kohle, Erdgas, Öl und Uran. Die Studie des UBA nennt aber auch die drei Voraussetzungen für den erfolgreichen Umstieg auf Ökostrom:

1. Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien
2. Ausbau der Stromnetze 
3. Ausbau der Speichersysteme

Diese 3 Punkte müssen in Deutschland entscheidend vorangetrieben werden. 

Dabei setzt die Studie des UBA keine Technologiesprünge bei der Nutzung erneuerbarer Energien voraus und bezieht die voraussichtlich wachsende Bedeutung der Elektromobilität und die wachsende Anzahl von Wärmepumpen bis 2050 mit ein. Die Studie bezieht auch extreme Wetterlagen, z.B. zwei Wochen Flaute, ein. Diese Angebotsschwankungen lassen sich laut der Studie durch die unterschiedlichen Erzeugungsarten der erneuerbaren Energien, Lastmanagement und größere Speicherkapazitäten ausgleichen. Eine Voraussetzung für diese Versorgungsvariante ist aber, dass zeitgleich Einsparpotentiale beim Stromverbrauch weitgehend genutzt werden. Dies bezieht sich auf das Einsparpotential in privaten Haushalten, Gewerbebetrieben und der Industrie. 

Die Studie des UBA untersuchte bei der Umstellung auf einhundert Prozent Ökostrom drei Grundszenarien. Die vorgelegt Studie basiert auf der Simulation des Szenarios "Regionenverbund" und geht von einer weitgehenden Nutzung der Potentiale aller Regionen Deutschlands  aus. 

Die beiden anderen Szenarien "International-Großtechnik" und "Lokal-Autark" sollen durch das UBA demnächst vorgelegt werden. Beim Szenario "International-Großtechnik" gehe es um Stromimporte aus dem Ausland, z.B. das geplante Wüstenstromprojekt "Desertec". Ideen für eine Umstellung auf einhundert Prozent Ökostrom sind auch aus diesen Szenarien zu erwarten.

Quelle: http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3997.pdf